Wie ist Kalk definiert, wo fängt es an, wo hört es auf?
Für die einen bedeutet Kalk (Familien-)Geschichte, Zuhause, ein Netz aus Freunden und vertrauten Einrichtungen, Geschäften und Freizeitmöglichkeiten. Andere sehen in Kalk lediglich einen Übergangsraum auf dem Weg in eine andere Nachbarschaft, oder einen Ort nahe der Autobahn. Wieder andere reduzieren Kalk auf den Arbeitsort, die Köln Arcaden oder andere gesamtstädtische Einrichtungen, ohne jemals wirklich einen Bezug zum Stadtteil gehabt zu haben. Während Kalk – stadträumlich betrachtet – als Insel inmitten von Barrieren liegt, ergeben sich durch unterschiedliche Bewegungs- und Nutzungsmuster ganz neue Beziehungen zu den angrenzenden Stadtteilen bzw. zur Innenstadt. Gleichzeitig gibt es innerhalb des Stadtteils, größtenteils durch die historisch bedingte Trennung zwischen Industrie und Wohnstandort, nach wie vor klare Trennlinien.
Was also ist Kalk? Ist der Stadtteil Kalk lediglich ein durch Grenzen definierter Raum oder eine wirkliche Nachbarschaft? Wie weit ist der Begriff dehnbar? Und anschließend daran: Wie wird Kalk von Außen wahrgenommen, ab wann ist man in Kalk und wie sehen die Bewohner Kalks den Stadtteil selbst?
Aus statistischen und planerischen Grundlagen, aber auch mithilfe von
Interviews, Beobachtungen und Fotografien haben wir Antworten zu diesen Fragen zusammengetragen.

