Seit September 2009 lassen die "Fragen zu Kalk" Menschen zu Wort kommen, die sich für Kalk interessieren und engagieren, und die sich zu Kalk spezifischen Themen äußern möchten. Aus Sicht der Bewohner und Aktiven des Stadtteils erfährt man so von vorhandenen Potenzialen und Problemen des Quartiers. Die Befragung wird laufend fortgesetzt.

Inhaltlich wurde neben der persönlichen Bedeutung Kalks und der Bedeutung des Stadtteils für die Gesamtstadt Köln nach den Lieblingsorten im, den Stärken, der Zukunft und den Veränderungswünschen für den Stadtteil gefragt. Um nicht nur Wünsche aneinanderzureihen, wurde außerdem darum gebeten, Vorschläge für die Umsetzung der Veränderungen zu machen. Schließlich wurde danach gefragt, was die Befragten selbst tun können, um Veränderungen für den Stadtteil umzusetzen.

Insgesamt konnten bis Ende 2010 siebenundzwanzig solcher Interviews geführt werden. Obwohl damit die Aussagen der Befragten nicht verallgemeinerbar sind, lassen die sich aus diesen verschiedenen Einzelbeobachtungen Zusammenhänge und Ausgangsthesen für weitere Untersuchungen entwickeln.

Sowohl für die befragten Kalker Bewohner als auch für die Erwerbstätigen im Stadtteil ist klar: die Bedeutung Kalks wird in Zukunft steigen. Die gute Anbindung innerhalb des Veedels und an die (linksrheinische) Innenstadt, die moderaten Mieten, der Zuzug von Studenten und jungen Familien, das multikulturelle Leben, die aktive Bewohnerschaft sowie die Ansiedlung von neuen Strukturen stehen stellvertretend für diese Entwicklung. Dass der Weg dorthin noch steinig ist, ist allen bewusst: Besonders der schlechte Ruf des Stadtteils ist über die Stadtteilgrenzen hinweg bekannt. Auch wird eine Aufwertung Kalks kritisch entgegen geblickt – befürchtet werden soziale Verdrängung und Segregation. Um dem entgegenzuwirken, sollen Sanierungen sozial verträglich u. a. durch Belegungssteuerung und unter Beteiligung der Bewohner ablaufen. Des Weiteren sollten Arbeitsplätze und weitere Begegnungstreffpunkte für die verschiedenen Bevölkerungsgruppen geschaffen werden. Neben der Stadt und den lokalen Akteuren aus Initiativen und Vereinen müssen sich hierfür auch die Bewohner selbst engagieren.